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The Witcher 3: Von Helden, Monstern und idiotischen Pferden

Gibt es das perfekte Rollenspiel?
Ich meine: dafür bräuchte man ja die riesige Map eines Skyrims, die erwachsene Story und die Charaktere eines Dragon Ages, das Kampfsystem der Souls-Reihe und das komplexe Skillsystem eines Path of Exile. Kann man nun diese Frage auch kurz mit Cd Project’s neuem Spiel The Witcher 3 beantworten? Unser Test gibt die Antwort!

Apocalypse Now

Das Leben von Hexer Geralt ist nicht grade leicht. So mag er zwar ein zwei-Schwerter-schwingender-, Monster-tötender, sexy-Zauberinnen-flachlegender, unsterblicher Badass mit übernatürlichen Fähigkeiten sein, der jede 2. politische Figur entweder bestens kennt oder umgebracht hat; was nützt einem das aber wenn die ganze Welt irgendwie vor die Hunde geht? So befindet sich das Königreich Nilfgard auf einem unaufhaltsamen Eroberungsfeldzug gegen die nördlichen Königreiche, den Schauplatz von The Wild Hunt, während im noch unbesetzten Königreich Redanien die Kultisten der ewigen Flamme, den Ereignissen aus dem 2. Teil folgend, Magier auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Noch dazu ist Ciri, Geralts Adoptivtochter und letztes Kind vom älteren Blut nach Jahren der Abwesenheit wieder aufgetaucht und wird dabei von der titelgebenden Wilden Jagd verfolgt. Und als wäre das noch nicht genug steht da auch noch irgendwie das Ende der Welt bevor. Na toll.

Man sieht, in The Witcher 3 gibt es allerhand zu tun, zumindest genug-, um einen Nebenquests mit eingerechnet, für gut 100 Stunden(!) zu beschäftigen. Die Story wird dabei sehr gut erzählt und von sehr guten, runden Charakteren bevölkert. So gibt es Wiedersehen mit so ziemlich jedem der jemals in einem Witcher-Teil erschienen ist und auch alle neuen Charaktere sind gut geschrieben. Wer sich da nicht mehr an alle erinnern kann (es sind wirklich viele!), der kann im Charakter-Glossar noch alles wichtige über sie nachlesen. Dies gilt allerdings (größtenteils) nicht für Ereignisse die in den Vorgängern geschahen, weshalb ich doch ab und an nochmal recherchieren musste. Alles in allem kommt man aber doch sehr gut mit.

Wovon sich die Konkurrenz auch eine Scheibe abschneiden könnte wären die Nebenquests. Selbst so eine Kleinigkeit wie zB. umgefallene Holzstatuen wieder aufstellen kommt da nochmal mit moralischen Hinterfragungen. Schluss mit langweiligen Sammle-dies- oder Töte-xy-Quests. Hier wird Wert darauf gelegt alle Missionen interessant auf spielerischer sowie storytechnischer Ebene zu erzählen. Besonders spaßig sind allerdings die Hexeraufträge, die Missionen die ein Hexer eigentlich macht, nämlich: das Monsterjagen. Man befragt Zeugen und untersucht mit der Hexersicht, die Items und questrelevante Dinge aufleuchten lässt, Tatorte und erarbeitet so langsam mit welchem Monster man es zu tun hat und wo es sich versteckt hält. Sind die Hexeraufträge zwar vom Ablauf her eigentlich alle gleich, so macht es doch immer wieder Spaß.

Was die Witcher-Reihe schon immer besonders gemacht hat, sind die teilweise gravierenden Entscheidungen die man treffen muss. Die fallen, wie ich finde, in Wild Hunt gut bis mäßig aus. Das liegt zum einen daran, dass jede Person einen kürzeren Geduldsfaden hat als Joffery Baratheon. Es reicht oftmals nur eine kleine, etwas provokante oder vorlaute Bemerkung und die Schwerter dürfen gezogen werden. Ich will nicht wissen wie oft ich in Quests kämpfen musste, nur weil ich dachte das ich eine eher toughere Antwort geben könnte. Das ist insbesondere ärgerlich, wenn es wirklich um Leben und Tod von wichtigen Charaktere geht. Zum Anderen will ich hier auch noch die Unvorhersehbarkeit mancher Entscheidungen erwähnen. Natürlich sehe ich ein, dass manche Entscheidungen erst viel später Konsequenzen haben können, aber insbesondere in einer bestimmten Questreihe gibt es eine scheinbar so unbedeutende Entscheidung, die wenn falsch gefällt, den ganzen Questausgang ruiniert, unabhängig von allem was danach passiert. Nicht falsch verstehen. Das gilt nicht für jede Quest. Ziemlich viele Entscheidungen haben mich so einiges an Hinterfragen, Abwägen und Nerven gekostet (soll ich ein Baby in den Ofen schmeißen oder nicht?!). Viele andere Ausgänge sind logische Folgen vorausgegangener Ereignisse, was durchaus ein gutes Gefühl ist, dass man selbst quasi über das Schicksal des Landes und seiner Bewohner entscheiden kann.

Das fairste Souls-Spiel

Beim Kampfsystem hat sich nicht gigantisch viel getan. Nach wie vor bekämpft man aus der 3rd-Person-Perspektive Monster mit dem Silber- und Menschen sowie Anderlinge, sprich Zwerge und Elfen, mit dem Stahlschwert. Geralt kann nach wie vor auf seine fünf Hexerzeichen zurückgreifen, neu ist hingegen die Armbrust, mit welcher der Hexer per Knopfdruck ziemlich schwache Bolzen abfeuert. Zum Schaden machen ist die also nicht gedacht. Es lassen sich damit aber fliegende Gegner auf den Boden der Tatsache schießen und über verschiedene Bolzentypen Gegner zB. betäuben oder im Brand stecken. Kampfentscheidend ist die Schleuder aber nicht, wirklich zum Einsatz kommt sie eigentlich nur Unterwasser. Da wird dann alles geonehitet was das autoanvisieren hergibt. Das Skill-System fällt leider eher mau aus. So gibt es zwar 70 verschiedene Skills, die sich fünfmal aufwerten lassen, so sind das aber meißtens nur “Prozent-Aufwertungen”. Spezialisierung ist zwar durchaus möglich wirkt sich aber gefühlt gar nicht auf die Kämpfe aus. Im Kampf mehr als hilfreich sind dabei auch noch gecraftete Tränke, Öle und Bomben. Tränke erfüllen dabei alles was das Alchemistenherz sich wünscht, Öle kann man über Waffen streichen, diese richten dann mehr Schaden gegenüber bestimmten Gegnertypen an und Bomben sind denk ich selbsterklärend. Hier liegt gleichzeitig eine der größten Stärken und Schwächen von The Wild Hunt. So macht es unheimlich Spaß sich gegen die vielfältige Anzahl an Gegnern anzupassen. Jeder Gegnertyp hat Stärken und Schwächen die gekontert werden wollen. Vampire zB. sind ziemlich starke und schnelle Gegner. Tritt man aber den Blutsaugern mit dem Vampiröl, Moon-Dust-Bomben, welche jegliche magische Fähigkeit verhindern, den Schwarzblut Trank, welcher Vampire in der Nähe schadet und verlangsamt sowie dem Feuerzeichen Igni, so wendet sich das Blatt. Kombiniert man dies mit den ausschließlich craftbaren und vollkommen überpowerten Hexerwaffen- und rüstungen wird das Spiel VIEL zu einfach. Ich konnte problemlos auf Lvl. 25 einen Hexerauftrag erledigen, der für Lvl. 35 vorgesehen war. Eigentlich schade, da grade zu Beginn das Spiel auf dem von mir gespielten, 2. höchsten Schwierigkeitsgrad schön fordernd ist. Quasi wie in den Souls-Spielen, nur, dass man mehr als zwei Schläge aushält. Die Steuerung funktioniert dabei größtenteils sehr gut. Einzig Unterwasser steuert sich Geralt sehr sperrig, was stellenweise sehr nervig ist. Und wo ich grad bei unfassbar nervig bin: Welcher !#%@&”€?$ hat denn bitte die KI für das Pferd Roach (im deutschen Plötze(?)) programmiert?! So traut es sich nicht über die kleinsten Abgründe zu springen, läuft bei Kämpfen andauernd in das Kampfgeschehen und schubste mich ich will nicht wissen wie oft in irgendeinen Aoe-Angriff und macht generell so gefühlt nie das was man von ihm will. Nur blöd, dass das Vieh unsterblich ist!

Wow-Momente und Insekten

The Witcher 3 sieht sogar auf der PS4 richtig gut aus. Die Pc-Masterrace drückt für sowas zwar nicht mal den Startknopf aber die Konsolen können sich durchaus sehen lassen. Egal ob es durch die Sumpflandschaften von Velen, die Großstadt Novigrad oder die skandinavischen Skellige-Inseln geht: alles sieht Top aus und läuft ruckelfrei. Einzig nach Schnellreisen dauert es ein wenig bis Texturen nachgeladen sind. Dafür gabs leider den ein oder anderen Bug. Gelegentlich bleiben Gegner irgendwo hängen oder das Pferd glitcht in Wänden, damit kann ich noch leben. Frustrierender hingegen sind die gelegentlichen Abstürze, die teilweise bei Kleinigkeiten, wie dem Start eines Tutorials passiert sind. Und da das Spiel nicht zu der Art gehört, die alle 5 Minuten autospeichern, ist mir so einiges an Spielzeit genommen worden (Rekord: 30min!!). Beim Sound hingegen gibt es nichts zu meckern. Alles hört sich so an wie es sich anzuhören hat und zumindest die englische Synchronisation ist mehr als gelungen. Die abgespielte Musik besteht zwar aus den immergleichen Loops, die sind aber so gut, dass sie nicht nerven sondern ohrwurmhaft im Kopf bleiben. So solls sein!

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